Vorgeschichte & Gegenwart
Das ursprünglich auf der E3 2021 durch einen beeindruckenden Trailer angekündigte Indie-Spiel „REPLACED“ erhielt im Februar 2026 eine für alle öffentlich spielbare Demo. Das Game startete seine Entwicklung schon 2018, wurde jedoch des Öfteren aufgrund von geopolitischen Instabilitäten verschoben und vollständig nach Zypern verlegt. Trotz der schwierigen Umstände lieferte das Team eine stabile, beeindruckende Demo ab, die in kürzester Zeit 850.000 Wishlists und mehr als 185.000 Demo-Spieler verzeichnen konnte.
Visuelle Präsentation
Der Aspekt, den ich in der REPLACED-Demo zweifelsohne am meisten loben möchte, ist das Art Design. Eine atemberaubend schöne 3D-Welt mit 2D-Pixel-Art-Charakteren in Kombination mit der dynamischen Kameraführung und den Lichteffekten ist unbeschreiblich fantastisch umgesetzt worden. Diese staubigen Lichtstrahlen, die durch zerbrochene Fenster fallen, und grelle orangefarbene Scheinwerfer geben der ohnehin schon drückenden dystopischen Atmosphäre noch mehr Gewicht.

Gameplay
Das Gameplay unterteilt sich bisher in vier Bereiche: Erkundung, Kampf, Stealth und Verfolgung.
Kampfsystem
Man merkt sofort, dass das Combat von der Arkham-Serie inspiriert ist, es wurde aber perfekt in 2D umstrukturiert. Konter dienen dazu, Gegner zu betäuben (blaues Symbol über dem Gegner). Jedoch sind einige Angriffe, wie z. B. die der Fernkämpfer, nicht konterbar (rotes Symbol über dem Gegner), sondern man muss ihnen ausweichen. Wenn man Treffer landet, füllt sich die Finisher-Leiste, mit der es möglich ist, Gegner spektakulär zu eliminieren.
Das würde an sich definitiv für ein strategisches Erlebnis und befriedigende Kämpfe sorgen, wäre da nicht der Schwierigkeitsgrad. Ich weiß nicht, ob das Spiel später noch schwerer wird, aber die Kämpfe in der Demo waren leider viel zu einfach. Vielleicht lag das an der Waffe, die man in der Demo vorzeitig bekommt, die aber regulär erst später im Spiel verfügbar sein sollte.
Plattformer
Diese Passagen bestehen aus Springen, Klettern und dem Verschieben von Kisten. Nichts Bahnbrechendes, aber ein klassisches und sauberes System mit guten Animationsübergängen. Ab und an ist es durch die detaillierten Hintergründe schwer zu erkennen, was man tun muss, aber man findet sich schnell wieder zurecht. Das Einzige, was ich mir hier noch gewünscht hätte, sind richtig gute Rätsel. Diese sind zwar vorhanden, stehen aber nicht im Fokus bzw. sind einfach nur da, um schnell gelöst zu werden.
Stealth & Verfolgung
Diese Sequenzen sorgen dafür, dass die Spannung zwischen den Kämpfen aufrechterhalten bleibt und man etwas Variation bekommt. Normalerweise bin ich kein Fan davon, aber hier werden diese Elemente gezielt verwendet, um dem Spieler die erdrückende Atmosphäre und dystopische Umgebung vor Augen zu führen, was ich mutig und grandios finde.

Performance
Ich persönlich habe keine Abstürze oder dergleichen feststellen können, jedoch habe ich gelesen, dass einige wohl Probleme mit subtilen Rucklern hatten. Dies ist laut Berichten auf die hohe Bildwiederholrate mancher Monitore zurückzuführen. Da es mich selbst nicht betroffen hat, kann ich dazu nicht viel sagen, aber ich wollte diesen Punkt der Vollständigkeit halber erwähnt haben bezüglich der REPLACED Demo.
Story
Die Themen, die die Story vorantreiben, sind meiner Meinung nach mit Identität und Unabhängigkeit sehr interessant gewählt. Auch sehr gut umgesetzt ist, dass man beim Erkunden Lore-Objekte finden und scannen kann, womit man sich dann nach und nach ein Gesamtbild der Hintergrundgeschichte aufbauen kann. Am Ende gab es eine Art Dialogbaum. Wie dieser verwendet wird und ob er die Story langfristig beeinflussen kann, bleibt abzuwarten. Ich bin persönlich ein extrem großer Fan von Sprachausgabe, welche REPLACED zwar leider nicht hat. Es hat mich hier aber tatsächlich nicht wirklich gestört, da viel Storytelling ohnehin über das Visuelle passiert.
Reaktion der Entwickler
Für die Entwickler war die Veröffentlichung der Demo sehr nervenaufreibend, aber durch das erhaltene Feedback auch eine große Motivation, das Spiel weiter zu verbessern. Somit entschied sich das Studio, REPLACED ein letztes Mal zu verschieben, um Gameplay-Systeme zu verfeinern und die technische Stabilität zu gewährleisten.
Fazit und Ausblick
Alles in allem war das eine der besten Demos, die ich während des Steam Next Fests gespielt habe, und für die Entwickler marketingtechnisch ein wichtiger Meilenstein. Sie haben nicht nur die atemberaubende Qualität vorzeigen können, sondern nutzen die Zeit danach auch sinnvoll, um an den Schwachpunkten zu arbeiten. Wenn die Entwickler es jetzt noch schaffen, die versprochene strategische Tiefe zu verbessern und die technischen Ruckler zu beheben, wird das eine der besten Spieleerfahrungen im Jahr 2026 und das nicht nur im Indie-Bereich.
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