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DarkSwitch – Review: Survival City-Builder mit riesigem Potential

Wurde das Potential aber ausgeschöpft?

Disclaimer: CyberTemple war so freundlich, uns kostenlos einen Key für DarkSwitch für diese Review zur Verfügung zu stellen. Deswegen bedanken wir uns hier noch einmal dafür! Wir bewerten das Spiel dennoch komplett unabhängig davon und so ehrlich, als hätten wir es selbst gekauft.

Schon mal vorweg: Bei dieser Review bin ich extrem zwiegespalten. Einerseits ist das eine dieser Perlen mit riesig viel Potential. Andererseits hat es genau dieses nicht ansatzweise voll ausschöpfen können. Ich hatte dennoch meinen Spaß mit diesem Game und es ist eines dieser Spiele, die man immer mal wieder in Zukunft spielen kann, auch wenn es einige große Schwächen hat.

Bei DarkSwitch handelt es sich um einen storylastigen „Vertical Survival City Builder“ mit Entscheidungsmöglichkeiten, der im April 2026 released wurde. Man kann definitiv einen Vergleich zu Frostpunk ziehen, jedoch ist es gleichzeitig was ganz Eigenes. Die Atmosphäre kann man am besten als „Woodpunk“ beschreiben, was organische Ressourcen mit technischen Überresten kombiniert.

DarkSwitch Setting

Die Welt von Nelaai, die riesigen Ardentis-Bäume und der bösartige Nebel

Ich denke, es ergibt Sinn mit dem besten Punkt zu starten als Aufhänger: Das kreative Setting. Die Erdoberfläche der Welt von Nelaai ist lebensfeindlich. Die Überlebenden bauen ihre Städte vertikal auf sogenannten Ardentis-Bäumen, die Schutz und Ressourcen bieten. Auf diesen Riesenbäumen kann man bis zu 200m hoch bauen. Aber wovor hat man Angst? Der Feind („The Shroud“) ist ein bösartiger, intelligenter Nebel, der alles Leben korrumpiert. So erschafft er beispielsweise Monster wie Wraiths oder Guzzlers oder greift den Verstand der Menschen direkt an, die in Kontakt damit kommen.

Die Blutmond-Ära, das Solium und die Antiken Technologien

In einem 2000-Jahre-Zyklus eskaliert die Situation komplett, weil der Nebel zu dieser Zeit besonders aggressiv wird. Wir starten das Spiel kurz vor der „Blutmond-Ära“, einer Zeit, in der der Nebel für ein ganzes Jahrhundert selbst viele Baumgipfel verschlingen wird. Die einzige Waffe dagegen ist Licht, was aus dem Material Solium gewonnen werden kann, welches quasi Baumharz ist. Parallel dazu versuchen wir das verlorene Wissen antiker „Vorläufer“ zu rekonstruieren, um überhaupt eine Überlebenschance zu bekommen.

DarkSwitch Story

Prolog, Tessen und die Luminarchs

Hier möchte ich nur kurz ein paar Storyabschnitte aus dem Prolog zusammenfassen, um große Spoiler zu vermeiden. Wir sind Teil des Außenpostens Elaran, der vom Forscher Etnarch Tessen geführt wird. Als Teil des Tutorials lernen wir die Grundlagen des Gameplays kennen, die stark mit der Story verknüpft sind. Beispielsweise müssen wir schwierige moralische Entscheidungen treffen, die sich sowohl auf die Geschehnisse als auch auf unser Ressourcenmanagement-System auswirken.

Und als ob wir nicht bereits genug Stress haben, da wir um unser Überleben kämpfen, tauchen die religiösen Fanatiker namens Luminarchs auf, die komische Befragungen durchführen. Was sie aber im Endeffekt wollen, ist absolute Gehorsamkeit durch Einschüchterung. Am 10. Tag wird der Außenposten Elaran jedoch fast komplett zerstört. Eine mächtige Nebelwelle droht alles Leben auszulöschen, wird jedoch kurz vorher von Tessen, der ein altes Artefakt verwendet, gestoppt. Bei dem Prozess wird der Außenposten aber leider zum Trümmerhaufen.

Meinung zum DarkSwitch Setting, zur Story und zur Atmosphäre

Es ist wirklich grandios: die Lore, die Story und die Atmosphäre gehen absolut Hand in Hand. Das Grundgerüst steht mehr als solide und es fühlt sich an wie eine schöne Mystery-Story, die man sonst nur in Büchern findet. Die Geschichte ist packend, das Setting interessant, die Entscheidungen haben wirkliche Konsequenzen. Als absoluter Story-Fan bei Games bin ich mehr als nur zufrieden. Alleine, dass es moralisch schwierige Entscheidungen gibt, die man treffen muss, begeistert mich enorm.

Auch die gesamte Atmosphäre und das Artdesign spielen hier im visuellen Storytelling perfekt mit rein. Die düstere Beleuchtung ist on point und die Portraits sind an sich gelungen, auch wenn ich mir ein paar mehr gewünscht hätte von einigen Charakteren, um die Emotionen besser rüberzubringen. Die Cutscenes sehen für das Budget richtig gut aus und hauchen dem City-Builder als Abwechslung an vielen Stellen noch mal Leben ein.

Das ist definitiv der stärkste Aspekt des Spiels, auch wenn ich einige Kleinigkeiten als etwas störend empfand. Beispielsweise sind die Dialoge oft etwas komisch formuliert, was aber an der Übersetzung liegen könnte. Oder wie zuvor erwähnt: Mehrere Portraits wären super gewesen, um gewisse Emotionen besser rüberzubringen. Aber alles in allem ist dieser Bereich des Spiels wirklich top! Leider schwächelt es stark in den kommenden Bereichen.

DarkSwitch Gameplay

Core Gameplay Loop

Das Game ist ein City-Builder mit Ressourcenmanagement. Dabei ist das kreative Alleinstellungsmerkmal, dass man um und vertikal auf einem riesigen Baum herum baut. Die Fläche ist begrenzt und die Stadt muss Schicht für Schicht auf Holzplattformen nach oben gebaut werden, da der Nebel später immer höher aufsteigt. An Fortbewegungsmitteln wie Aufzüge oder Treppen muss gedacht werden, da die langen Arbeitswege sonst zu extremer Ineffizienz bis hin zum Verhungern der Siedler führen.

Licht, Expeditionen und Verteidigung

Dabei müssen die Lichtquellen gut positioniert und verbaut werden, um dem Unheil wie dem Nebel oder den Monstern Nacht für Nacht entgegenwirken zu können. Auch muss man abwägen, wann man seine Leute auf Expeditionen schickt und wie weit, damit sie noch rechtzeitig zurück kommen können. Diese bringen auch oft Ressourcen oder finden Plätze zum Bauen von Gebäuden. Im Endeffekt spielt alles darauf hinaus seine Produktionsketten für die bestmögliche Ressourcensammlung zu optimieren und die ideale Reinvestition davon. Das alles während man seine Siedler in Tag- und Nachtschichten aufteilt.

Aber nicht nur Lichtquellen sind wichtig für die Verteidigung gegen die Monster und den Nebel, sondern seine Truppen und Wachtürme oder auch Mechs und später Luftschiffe. Dabei habe ich den Schwierigkeitsgrad als recht fordernd empfunden. Generell gesagt ist das Spiel in vielen Gameplay-Aspekten sehr komplex und erfordert sich tief mit den Systemen zu befassen.

Der Tech-Tree und die moralischen Entscheidungen

Den Technikbaum schaltet man im Laufe des Prologs frei. Dieser ist in 4 Kategorien (Verteidigung, Soziales, Ressourcen, Exploration) aufgeteilt und hilft beispielsweise dabei neue Gebäude freizuschalten, die man dann bauen kann. Aber man kann auch Entscheidungen treffen, die sich nicht nur auf die Story, sondern auch auf das Gameplay auswirken. Nimmt man beispielsweise verrückt gewordene, geflüchtete Siedler auf und versucht sie zu heilen oder verscheucht man diese und gefährdet erst gar nicht den Außenposten, verzichtet aber auf mögliche Arbeitskräfte in der Zukunft.

Meinung zum DarkSwitch Gameplay

Zuallererst muss ich die Komplexität loben und die Tiefe der möglichen Wirtschaft. Es ist definitiv anspruchsvoll, aber es ergibt Sinn, dass der Schwierigkeitsgrad mit der Zeit immer weiter ansteigt. Teilweise muss ich sagen, dass es gegen Ende für meine Verhältnisse aber etwas sehr schwer wurde. Kann natürlich daran liegen, dass ich nicht der beste in dieser Art von Spielen bin, aber dennoch ein wichtiger Punkt zum Anmerken.

Ich hatte aber auch manchmal das Problem, dass Arbeiter irgendwo stuck waren und nicht dort hin gehen konnten, wo sie eigentlich sein sollten. Das ging so weit, dass einige von denen sogar verhungert sind. Die KI ist an sich ja nicht schlecht, aber die Wegfindung ist manchmal das Problem hier gewesen. Aber auch generell das Bauen war manchmal etwas frustrierend dadurch, dass man so wenig Platz hat.

Dem Game fehlt es aber auch definitiv an einem Sandbox-Modus, wo man einfach frei und entspannt bauen und voranschreiten kann. Die Kampagne ist wirklich gut, vor allem von der Story und den Entscheidungen, aber manchmal will man einfach ohne Verpflichtungen seine Zeit in einen entspannten Modus stecken. Das würde meiner Meinung nach den Wiederspielwert definitiv nochmal enorm erhöhen.

Die UI und die Benutzeroberfläche ist ein Thema für sich. Es ist nicht von Grund auf schlecht, aber das Steuern ist etwas anstrengend, auch die Größe empfand ich für zu klein. An einigen Stellen wirkt es leider auch etwas unübersichtlich – bisschen viel auf wenig Platz. Das Tutorial zum Beispiel war ganz gut, aber ich wusste selbst nach einigen Anleitungen nicht genau was ich dann tun sollte. Man hätte sich da z. B. viel Erklärung sparen können und mehr auf das „wie“ eingehen sollen.

DarkSwitch Soundtrack, Audiodesign und Technik

Ich persönlich fand den Soundtrack von Akira Yamaoka absolut passend zum Setting und zur Atmosphäre. Er spiegelt diese gewisse Mysteriösität wieder, die man während des Spielens empfindet. Einige haben den Soundtrack als nervig und repetitiv empfunden, dem kann ich aber nicht zustimmen.

Jedoch muss ich auch sagen, dass man definitiv übertrieben hat mit der Audiokulisse. Teilweise wird alles beängstigender dargestellt oder lauter dargestellt als es eigentlich sein müsste. Man wollte zwar dadurch viel Atmosphäre aufbauen, aber manchmal ist weniger einfach mehr. Vor allem wenn die Sounds jetzt nicht unbedingt die besten sind, hätte man die sparsamer, ruhiger und seltener nutzen können. Das Voice Acting war ganz okay, es ist nicht das beste gewesen. Ein wenig stört es das Erlebnis doch, aber man kann damit leben und schrecklich ist es definitiv nicht.

Kommen aber nun zu DEM negativen Aspekt des Spiels: Technik. Ich habe eigentlich einen recht guten PC. Es ist jetzt nicht der beste, aber sehr stabil. Und dennoch hatte ich ab und an Frameeinbrüche, Memory Leaks und Abstürze. Ich muss dazu sagen, das alles hielt sich in Grenzen bei mir und ich habe nebenbei das Spiel aufgenommen für YouTube-Content. Jedoch will ich mir gar nicht vorstellen, wie es auf weit schwächeren PCs laufen könnte, denn dann wird man mit dem Spiel leider keinen Spaß haben.

FAZIT

DarkSwitch ist eines dieser Spiele, die man so gerne voll und ganz genießen würde, aber nicht kann. Das faszinierende Setting auf dem gigantischen Ardentis-Baum, die Mystery-Atmosphäre und die moralisch schwierigen Entscheidungen machen den Titel zu einer absoluten Empfehlung für Story-Liebhaber und Fans von Survival-Buildern. Cyber Temple hat versucht, es so gut wie möglich umzusetzen und das haben sie auch zum großen Teil geschafft.

Leider steht sich das Spiel in seinem aktuellen Zustand noch zu oft selbst im Weg. Wer hier keine hohe Frusttoleranz für technische Probleme wie Frameeinbrüche, Memory Leaks und Abstürze oder für ein kleines, unübersichtliches UI mitbringt, sollte mit dem Kauf definitiv noch ein paar Patches abwarten. Auch der fehlende Sandbox-Modus ist ein verschenktes Potenzial, das den Langzeitspaß aktuell noch ausbremst.

Wer jedoch über diese Ecken und Kanten hinwegsehen kann und einen entsprechend stabilen Rechner besitzt, bekommt hier eine der kreativsten und erzählerisch spannendsten Aufbausimulationen der letzten Zeit. DarkSwitch hat absolut das Zeug zu einem echten Genre-Klassiker, muss dafür aber technisch dringend nachbessern. Es bleibt ein echter Rohdiamant, dem lediglich der finale technische Schliff fehlt.

Good
  • Kreatives Setting
  • Packende Story mit moralischen Entscheidungen
  • Top Atmosphäre
  • Sehr gutes Artdesign
  • Gute komplexe Kern-Mechaniken
Bad
  • Technische Schwierigkeiten
  • Nicht viele aber Bugs sind vorhanden
  • UI zu klein, schwer zu navigieren und etwas unübersichtlich
  • Tutorial erklärt viel, aber zu wenig das "wie"
  • Kein Sandbox-Modus
7.4
Story & Setting - 9
Gameplay - 8
Technik - 5
Art-Design - 8.5
Audio - 6.5

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