Vorab möchten wir uns bei Borealys Games und Biggamemachine bedanken, die uns den Key für Lunchbreak Tactics zur Verfügung gestellt haben. Die Review bleibt dennoch völlig unbeeinflusst.
Was ist Lunchbreak Tactics?
Lunchbreak Tactics ist ein strategischer Auto-Battler in Form eines Kartenspiels welches hinter den Kulissen eines chaotischen Supermarktes stattfindet, bei dem sich jedes Match wie organisiertes Chaos anfühlt. Das Spiel konzentriert sich auf kurze aber dennoch strategische Matches. Es besteht die Wahl zwischen drei Modi: Practice, Competitive und King of the Aisle.

Practice ist genau das, was es sagt: Hier kann man ohne viel Sorge einfach drauflos zocken und entspannt Decks und Helden testen und sich generell ein Gefühl für das Game verschaffen. Competitive ist eigentlich nicht viel anders, nur das man jetzt zusätzlich Leaderboard Punkte verdienen kann und sich mit anderen Spielern auf dem Leaderboard messen kann. Im King of the Aisle Modus spielt man gegen das stärkste Deck des vorangegangenen Tages.
Gameplay
Das Gameplay von Lunchbreak Tactics ist im Kern sehr simpel – wähle deinen Helden, wähle 2 der 6 vorhandenen Decks und drück auf Spielen! Allerdings ist das Game doch viel komplexer als es anfangs den Anschein macht, da gewisse Karten mit anderen synergieren aufgrund ihrer Fähigkeiten.
So kann man beispielsweise eine Karte, die ihre Stats boosted, wenn neue Karten ins Team aufgenommen werden, mit Karten kombinieren, deren Passiveffekt nach dem Tod eine neue Karte an ihrer Stelle in das Team beschwört. So hat man einen kleinen Feedback Loop, der die Stats der Karte bis ins unendliche boosted. Das Game hat aber natürlich noch viel mehr Strategien, die ich jetzt in meiner Zeit nicht alle testen und freischalten konnte.
Die Shopping-Phase

Desweitern hat man vor jeder Kampfphase eine Shopphase, in der man neue Karten kaufen kann und somit eventuell bereits vorhandene Karten, die auf dem Spielfeld liegen, mit Duplikaten verbessern kann. Das Verbessern einer Karte erhöht die Stats und verstärkt auch die Fähigkeit der Karte. Das ganze bildet einen ziemlich befriedigenden Gameplay Loop, in dem man quasi ständig neue Dinge ausprobieren möchte und wie diese miteinander interagieren könnten.
Zum Start jeder Shopphase erhält man 10 Dollar. Man kann allerdings kein Geld horten und das über mehrere Runden hinweg ansparen, jeder Dollar der nicht ausgegeben wird, ist zum Start der Kampfphase und rückwirkend dann der nächsten Shop Phase weg. Zusätzlich kann man Karten „einfrieren“. Das sorgt dafür, dass Karten, die man sich vielleicht in der aktuellen Shopping-Phase nicht mehr leisten konnte, in der nächsten Phase dann wieder im Shop auftauchen. Es gibt zwar kein Limit wie viele Karten man einfrieren kann, aber es gibt ein Limit für die maximale Anzahl an Karten, die man auf der Hand haben kann in der Shopping-Phase. Möchte man also neue Karten haben, sollte man sich gut überlegen, ob man eine oder mehrere Karten der aktuellen Hand einfriert.
Visuelle Präsentation
An diesem Punkt möchte ich auch einfach mal kurz das Artdesign der ganzen Karten anmerken und loben. Die Designs sind kreativ und sind alle an die täglichen Dinge angelehnt, die wir beim Einkaufen sehen. Mal ehrlich, jeder von uns hat schon mal einen Teebeutel gesehen, aber habt ihr schonmal so einen süßen Teebeutel gesehen?

Persönlich muss ich sagen, dass mir die visuelle Präsentation des Spiels wirklich sehr zusagt. Das Interface des Spiels ist wirklich leicht zu navigieren und sehr übersichtlich, kein Knopf oder irgendetwas fühlt sich großartig fehlplatziert an und es ist absolut einleuchtend, was jetzt welcher Knopf macht.
Die verschiedenen Charakterdesigns sind natürlich keine Ausnahme, aber stechen meiner Meinung nach nicht so heraus wie die individuellen Kartendesigns. Trotzdem sind sie eigen genug um dem ganzen einen interessanten Flair zu geben. Ich meine, wer möchte nicht als das Best Boi Maskottchen des Supermarktes spielen?

Sounddesign
Persönlich empfand ich die Soundkulisse als nicht sonderlich bemerkenswert. Die Musik sticht nicht sonderlich heraus, weder im positiven noch im negativen. Sie ist halt einfach da und unterstützt den Vibe des Spiels gut, könnte aber genau so gut einfach nicht da sein. Die Karten haben leider auch keine speziellen Sounds die sie machen, was ich etwas schade finde.
Charakter & Kulisse
Die Charaktere haben leider auch relativ wenig Interaktionen miteinander, bis auf ein paar Kommentare während des Kampfes, die nicht sonderlich auffallen. Schade, da ich finde, dass das Ganze dem Game noch etwas mehr Charme verleihen würde.
Performance
Nur ein kurzer Abschnitt, aber dadurch, dass das Game keine großartigen Animationen hat und sehr simpel gehalten ist mit seinem Point-and-Click Stil, läuft das Game sogar auf Low-End-Maschinen ohne Probleme. Wirklich ein Game für jedermann!
Fazit
Alles in allem bin ich positiv überrascht von Lunchbreak Tactics. In einem Jahr, in dem so viele gute Games und Triple-A Titel released werden, reiht sich das Spiel definitiv bei den guten Spiele ein. In den Händen der richtigen Community kann man hier sicher was großes Bezwecken. Aufgrund der Art des Spiels ist es persönlich aber nichts, was ich stundenlang am Stück spielen könnte. Ich sehe mich aber definitiv bei neuen Updates vorbeischauen, um abzuchecken, was sich in der Zeit alles getan hat. Jeder, der Spaß an so Spielen wie TFT oder Hearthstone hat wird sich hier sicher wohl fühlen und die Zeit in dem Game genießen.