Stupid Never Dies Review: Ein Zombie mit Stil, Herz und zu vielen Wiederholungen

Unsere Stupid Never Dies Review endet bei 8 von 10 Punkten. Das Debüt von GPTRACK50 strotzt vor Stil, Herz und Wiedererkennungswert, und die Geschichte vom verliebten Zombie haben wir schnell ins Herz geschlossen. Ausgerechnet der Kampf, das Herzstück jedes Action-RPGs, ist aber der schwächste Teil, und die Roguelite-Schleife zeigt ihre Grenzen früher, als dem Spiel guttut. Bevor du 49,99 € (mit unserem Gamesplanet-Link sparst du 10%) ausgibst, solltest du deshalb eine Sache unbedingt tun, die wir am Ende verraten.

Hinweis: Den Key zu Stupid Never Dies haben wir kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Auf unsere Meinung und unsere Wertung hat das keinen Einfluss, diese Review ist so ehrlich wie jede andere bei uns.

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Stupid Never Dies Story: Ein Zombie, eine eingefrorene Studentin und KOM

Die Stupid Never Dies Story ist so absurd, wie sie klingt, und genau das macht sie so liebenswert. In einem Großen Krieg zwischen Menschen und Monstern hat KOM, der King of Monsters, die Menschheit fast ausgelöscht und seine Armee danach in Dungeon-Welten tief unter der Erde geführt. Zurück bleiben die Zombies, die unterste Stufe der Monsterwelt, und unter ihnen der schwächste von allen: Davy.

In einem verlassenen Einkaufszentrum findet Davy Julia, eine Studentin, die während des Krieges in einem Gefrierschrank erfroren ist, und verliebt sich auf den ersten Blick. Dr. Frank, ein selbsternanntes Genie mit eigenen Plänen, überzeugt ihn: Um Julia wiederzubeleben, muss Davy KOM besiegen und das verlorene Wissen der Menschheit zurückholen. Möglich macht das ein Phönix-Ei, das Davy in seinem Hunger verschlungen hat und das ihm die Kraft gibt, die Fähigkeiten von Monstern zu fressen.

In den Dungeon gelangt er, ganz im Sinne des Spiels, über eine Toilette.

Das Einkaufszentrum dient als Basis, und dort wartet eine herrlich schräge Truppe. Acelino ist ein Chihuahua-Mann, ausdrücklich kein Werwolf, und baut Davy neue Körperteile ein. Die Biker-Zombiedame Bessie holt ihn aus dem Dungeon zurück und betreibt nebenbei Bessie Burger, der Wasserspeier Goyle führt Buch über Davys Funde.

Der Ton erinnert an Teeniekomödien der frühen 2000er, an Warm Bodies und an die schrillen Spiele von Grasshopper Manufacture wie Lollipop Chainsaw. Uns gefällt diese Mischung sehr, die Geschichte ist wundervoll weird und schwer zu beschreiben. Über Julias altes Handy lernst du außerdem die echte Julia hinter Davys Schwärmerei kennen, was der Story mehr Tiefe gibt als erwartet.

Zwei Dinge muss man aber aushalten können. Davys Verehrung für eine tote Frau, der er Geschenke ins Regal stellt, ist bewusst grenzwertig und wird nicht jeden amüsieren. Und die Zombies im Einkaufszentrum sprechen absichtlich extrem langsam, was längere Dialoge spürbar zieht.

Style Eat, Biss und Body Hack: So spielt sich Stupid Never Dies

Hinter dem Spiel steht Hiroyuki Kobayashi, der bei Capcom unter anderem Devil May Cry und Dragon’s Dogma produziert und an Resident Evil und Dino Crisis mitgearbeitet hat. 2022 gründete er GPTRACK50, Stupid Never Dies ist das erste Spiel des Studios, SEGA ist als Co-Publisher an Bord. Ein neues Devil May Cry ist es trotzdem nicht, eher ein Action-RPG mit Brawler-Kern und klaren Roguelite-Elementen: Im Einkaufszentrum bereitest du dich vor, im Dungeon kämpfst du gegen die Uhr.

Das Herzstück ist Style Eat, und genau dieses System hebt das Spiel von allem anderen ab. Hast du einen Gegner geschwächt und sein Kern liegt frei, beißt du zu. Bei normalen Gegnern bekommst du so einen Skill für einen einmaligen Einsatz, bei Elite-Monstern ihren kompletten Style, also ihre Form samt Moveset. Neben der Zombie-Form trägst du bis zu zwei Styles bei dir und wechselst frei zwischen ihnen, jeder hält drei Etagen.

Erst die per Style Eat gefressenen Formen lassen den Kampf richtig aufblühen. Der Werwolf ist ein flinker Nahkämpfer mit harten Treffern, die Harpyie greift aus der Distanz an, und außerhalb der Kämpfe öffnen Styles versteckte Wege, etwa per Wandsprung des Werwolfs. Weil jeder Style mit unterschiedlichen Skills auftauchen kann, überlegst du zweimal, ob du einen starken Style für einen neuen überschreibst.

Mindestens genauso wichtig ist der Biss, den dir ein Hai-Symbol am unteren Bildschirmrand anzeigt, sobald er aufgeladen ist. Heilung ist knapp und Schaden kaum zu vermeiden, deshalb ist der Biss oft die einzige Möglichkeit, Gesundheit zurückzuholen. Die Biss-Leiste füllt sich nur durch Angriffe, das Spiel verlangt also offensives Spielen. Angriff ist hier wirklich die beste Verteidigung.

Eine klassische Ausweichrolle gibt es nicht, und das ist Absicht. Director Eiichiro Sasaki begründet das schlicht damit, dass Davy ein Zombie ist: Er steckt Treffer ein und schlägt sofort zurück. Passend dazu rammt sich Davy bei der Stupid Parry in den gegnerischen Angriff, nimmt dabei etwas Schaden und kontert.

Diesen Schaden holst du dir per Biss zurück, ein spannender Kompromiss. Viele Angriffe kündigen sich deutlich an, und gelb leuchtende Attacken verwandelst du mit einer Parade in einen Stupid Impact, der den Kern des Gegners freilegt. Ein Parade-Spiel im Stil von Sekiro ist Stupid Never Dies trotzdem nicht, die Parade gelingt leicht und ist eher Werkzeug als Prüfung.

Im Dungeon levelt Davy auf und erhält nach bestimmten Level-ups Zombie Skills, passive Boni für den laufenden Run, die danach wieder verschwinden. Weil jeder Tauchgang unter Zeitdruck steht, lohnen sich meist Schadensboni am meisten. Dauerhaft bleibt dagegen der Body Hack: Acelino baut dir gefundene Omnitech-Teile in Arme, Beine und Kopf ein, die Werte und neue Fähigkeiten bringen. Die rotierenden Klingen gehören zu unseren Favoriten, damit räumst du ganze Gruppen schnell ab.

Zwischen den Ebenen erreichst du Landing Areas, in denen die Uhr stoppt. Dort kaufst du temporäre Boni, füllst Gesundheit und Bisse gegen Währung auf und tauschst deine Ausrüstung. Im Einkaufszentrum schaltest du bei Bessie Burger neue Zombie Skills frei, durchstöberst Julias Handy und machst ihr Geschenke. Die verbessern ausgerechnet Davy Burst, einen zeitlich begrenzten Powermodus, der an Dantes Devil Trigger erinnert, und selbst aus den Innereien besiegter Bosse wird hier Eis, das Davys Werte dauerhaft steigert.

Stupid Never Dies Kampfsystem: Viel Idee, zu wenig Präzision

So viele gute Ideen im System stecken, der Kampf selbst ist der größte Kritikpunkt in unserem Stupid Never Dies Review. Das ist bitter, denn in einem Action-RPG ist er vermutlich der wichtigste.

Größtes Problem ist das fehlende Lock-on. Das Studio hat bewusst darauf verzichtet, du richtest deine Schläge stattdessen mit dem linken Stick aus. Die nachgerüstete Kamera-Assistenz in den Optionen hängt sich zwar an Elite-Gegner und Bosse, reicht in hektischen Momenten aber nicht aus. Besonders mit der Harpyie ist das unfassbar nervig, weil ihre Fernangriffe ohne festes Ziel ständig ins Leere gehen.

Das Stupid Never Dies Kampfsystem fühlt sich insgesamt an wie ein Action-Spiel aus der PS2-Ära. Davy bewegt sich etwas rutschig, Luftkämpfe gegen fliegende Gegner sind zäh, und im Gedränge erwischt der Biss schon mal ein Skelett statt des Kerns, den du eigentlich fressen wolltest. Auch die Styles sind ungleich verteilt: Der Werwolf ist klar der stärkste und angenehmste, Golem und Zyklop kosten dich dagegen mit ihrem Schneckentempo wertvolle Zeit.

Trotzdem macht der Kampf mit der Zeit mehr Spaß. Sobald mehr Styles, Skills und Ausrüstung freigeschaltet sind, wird er flüssiger und abwechslungsreicher, und die Bosse sind mit ihren gut lesbaren Angriffsmustern klar das Highlight. Wer offensiv spielt, pariert und im richtigen Moment zubeißt, findet einen Rhythmus, der richtig Laune macht. Wie du Runs effizienter spielst, zeigen unsere Stupid Never Dies Tipps.

Stupid Never Dies Test: Zeitlimit, Runs und viel Wiederholung

Die ersten ein bis zwei Stunden waren für uns die zäheste Phase im ganzen Stupid Never Dies Test. Das Spiel wechselt ständig zwischen Story und Dungeon und erklärt Mechanik um Mechanik, und kaum bist du im Spielfluss, schickt dich die Story nach wenigen Minuten wieder nach oben. Danach wird es deutlich besser, der Einstieg kostet aber Geduld.

Das Herz der Struktur ist Blazing Fast Growth. Jeder Tauchgang beginnt auf Level 1, doch Davys Erfahrungsmultiplikator steigt mit jedem Run, auch mit jedem gescheiterten. So fühlt sich kaum ein Versuch verschwendet an, und spät im Spiel springst du mit wenigen Kills auf hohe Level. Wie die Struktur genau funktioniert, erklärt unser Roguelike-Guide.

Das Zeitlimit spaltet. Einerseits zwingt es dich zu echten Entscheidungen: Kämpfst du dich für Erfahrung und Beute durch, oder überspringst du Ebenen, um mit genug Zeit beim Boss anzukommen? Andererseits läuft die Uhr auch im Bosskampf weiter, und ein guter Run kann mitten im Duell an der Zeit scheitern.

Das größere Problem ist die Wiederholung. Die Ebenen bestehen aus kompakten Arenen mit sich wiederholenden Layouts, die Zahl der Gebiete ist überschaubar, und das Spiel zeigt dir früh, wie viele Gebiete, Bosse und Styles insgesamt auf dich warten. Bis zum Abspann nach 20 bis 30 Stunden besuchst du dieselben Umgebungen immer wieder, und ab der Mitte gehen dem Spiel spürbar die neuen Ideen aus. Wie sich die Stunden zusammensetzen, steht in unserem Spielzeit-Guide.

Achtung, Spoiler: Der nächste Absatz nennt zwei Pflichtaufgaben aus dem späteren Spielverlauf.

Gegen Ende streckt sich das Spiel zusätzlich. Für die Story musst du 30 Exemplare eines zufällig verteilten Gegenstands sammeln, und kurz vor dem Finale wartet ein Bossrush über fünf separate Runs. Beides fühlt sich mehr nach Streckung als nach Höhepunkt an.

Dazu kommen kleinere Designschwächen. Für Zombie Skills, Davy Burst, Preset-Plätze und Werte-Upgrades gibt es jeweils eigene Währungen, was schnell unübersichtlich wird. Bei Bessie Burger landet jeder freigeschaltete Skill im Zufallspool, auch die schwachen, und abwählen lässt er sich nicht. Und ein Punkt fällt im Stupid Never Dies Test immer wieder auf: Dass Stupid Never Dies im Kern ein Roguelite ist, nennen weder die Store-Seiten noch das Marketing beim Namen, was einige Käufer verständlicherweise überrascht.

Fair ist dagegen die Option Go Nuts: Wer mit Zeitdruck oder Bossen hadert, schaltet sie jederzeit in den Optionen ein, Davy wird deutlich stärker und das Spiel spürbar leichter.

Grafik, Musik und Technik: Hier glänzt Stupid Never Dies

Wo der Kampf schwächelt, glänzt die Präsentation, und sie ist der größte Pluspunkt in unserem Stupid Never Dies Review. Artstyle, Charakterdesign, Effekte und UI sind ein lauter Mix aus Pop-Punk, Skater-Kultur und alten Monsterfilmen, die Zwischensequenzen setzen auf Filmkorn, Zeichnungen über Fotos und Papp-Requisiten. Selbst die Benutzeroberfläche ist aus Davys Perspektive gestaltet. Für manche ist das zu viel, für uns ist es eine willkommene Abwechslung zu den vielen Spielen, die heute gleich aussehen.

Der Soundtrack aus Metal, Rock und Elektro ist ein echtes Brett. Schon im Hauptmenü wartet ein Musikvideo, und das Eröffnungslied von DAVY & JULIA läuft inzwischen auch auf Spotify und Co. Die englische Sprachausgabe ist stark besetzt, auf Deutsch gibt es Texte und Untertitel.

Technisch gibt es im Stupid Never Dies Test wenig zu meckern. Auf dem PC läuft Stupid Never Dies auf starker Hardware auch in hohen Auflösungen sauber, Valve führt die Steam-Version als verifiziert für das Steam Deck, und die PS5-Fassung ist für die PS5 Pro optimiert.

Stupid Never Dies Review: 8 von 10 und für wen es sich lohnt

Stupid Never Dies ist ein Spiel mit enormem Charme und klaren Schwächen. Die Stupid Never Dies Story, die Figuren, der Artstyle und die Musik gehören zum Eigenständigsten, was Action-Spiele in diesem Jahr zu bieten haben, und Style Eat ist eine richtig gute Idee. Der Kampf ohne Lock-on, die viele Wiederholung und der zähe Einstieg verhindern aber, dass daraus ein großer Hit wird. Unter dem Strich steht im Stupid Never Dies Review deshalb eine 8 von 10. Was aber eine absolut gute Bewertung ist für das Debüt-Spiel von GPTRACK50. Ich erwarte in Zukunft sehr großes von diesem Studio!

Stupid Never Dies lohnt sich für dich, wenn du schräge Spiele im Stil der 2000er liebst, Roguelite-Schleifen magst und über einen etwas ungenauen Kampf hinwegsehen kannst. Suchst du ein präzises Action-Spiel oder ein Abenteuer mit viel Abwechslung, wirst du hier eher nicht glücklich.

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Und hier kommt der versprochene Rat: Spiel vor dem Kauf die kostenlose First Bite Demo. Sie zeigt die ersten rund zwei Stunden samt Runs, Zeitlimit und Style Eat, und gefällt dir die Schleife dort, ist die Chance groß, dass dir auch das fertige Spiel gefällt. Den Spielstand übernimmst du in die Vollversion, wie das klappt, steht in unserem Demo-Guide.

Die Vollversion kostet auf Steam und im PS Store 49,99 € (mit unserem Gamesplanet-Link sparst du 10%), die Glorious Idiot Edition 59,99 €, was die Unterschiede ausmachen, zeigt unser Editionen-Vergleich. Für den Vollpreis ist der Umfang knapp bemessen, wer zögert, macht mit einem Rabatt nichts falsch. Alle Guides zum Spiel findest du im Stupid Never Dies Hub.

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Good
  • Einzigartiger Artstyle
  • Wundervoll weirde Story
  • Gute Build Möglichkeiten
  • Gute Bosskämpfe
Bad
  • Kein Lock-on
  • Viel Wiederholung
  • Zäher Einstieg mit vielen Tutorials
  • Streckung durch Sammelaufgabe
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