Mit Echo Generation 2 liefert das Entwicklerstudio Cococucumber Team ein rundenbasiertes RPG ab, das vor allem durch seine einzigartige visuelle Identität und eine dichte Atmosphäre besticht. Das Spiel setzt auf ein kapitelbasiertes System, einen markanten Grafikstil und taktische Kartenkämpfe. Ob das Gesamtpaket überzeugen kann und an welchen Stellen es hakt, zeigt unser detaillierter Echo Generation 2 Test.
Wir haben den Review-Key freundlicherweise vom ICO Partners erhalten, was unsere ehrliche und objektive Wertung jedoch in keiner Weise beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
Gameplay und Deckbuilding im Voxel-Design
In Echo Generation 2 steuert man in unterschiedlichen Kapiteln verschiedene Hauptcharaktere, mal solo, mal als Gruppe. Die Erkundung findet in einer dreidimensionalen Voxel-Welt statt. Beim Erkunden der Areale sammelt man Items, Karten und Badges, um eigene Kartendecks zusammenzustellen. Sobald ein Kampf ausgelöst wird, wechselt das Geschehen in eine dreidimensionale, rundenbasierte Kampfarena, in der die Decks strategisch ausgespielt werden müssen.
Vielfalt durch wechselnde Decks
Ein großer Pluspunkt für die Langzeitmotivation ist die Abwechslung: Die verschiedenen Kapitel und spielbaren Charaktere bringen jeweils eigene Decks mit individuellen Fähigkeiten und Effekten mit. Dadurch bleibt das Gameplay über die gesamte Spieldauer hinweg frisch, da man sich regelmäßig auf neue taktische Gegebenheiten einstellen muss.
Belohnendes Levelsystem
Das integrierte Levelsystem sorgt dafür, dass sich Konfrontationen mit Gegnern auszahlen. Die freischaltbaren und aufstufbaren Fähigkeiten bieten spürbare Vorteile. Upgrades wie das Ausspielen einer zusätzlichen Karte pro Zug verändern die Dynamik in den Kämpfen massiv und belohnen Spieler.
Das Kampfsystem: Kreativ, aber mit Schwächen bei den QTEs
Das Kernstück des Gameplays ist das Deckbuilding-Kartensystem. Es ist kreativ gestaltet, verzichtet auf unnötige Komplexität und bietet dennoch genug strategischen Tiefgang. Die Karten sind logisch unterteilt:
- Angriffskarten: Aufgeteilt in Single-Target und Multi-Target (trifft alle Gegner), kategorisiert in vier verschiedene Symbole.
- Unterstützungskarten: Z. B. Optionen für Heilung und Schilde.
- Statuseffekte: Taktische Elemente wie Gift oder Verbrennung (Burn) ergänzen die Gefechte.
Einige Karten verfügen über eine begrenzte Einsatzhäufigkeit pro Kampf. Das zwingt zum Taktieren. Besonders bei Bosskämpfen, die sich über mehrere Phasen oder aufeinanderfolgende Gegnerwellen erstrecken. Leider sind manche Kartentexte etwas unpräzise formuliert, sodass die exakten Effekte erst durch Ausprobieren erlernt werden müssen.

Quick-Time-Events (QTEs) als Kritikpunkt
Das Spiel versucht, Quick-Time-Events in das rundenbasierte Kampfsystem zu integrieren, ähnlich wie es in Expedition 33 extrem gut funktioniert hat. In Echo Generation 2 wirkt dieses Feature jedoch fehl am Platz. Oft ist unklar, wann genau die Eingabe erfolgen muss oder wann das QTE überhaupt startet. Eine Option zur Deaktivierung dieses Features fehlt leider komplett.
Audiovisuelle Höchstleistung und Atmosphäre
Der Artstyle ist das unbestrittene Highlight von Echo Generation 2. Die Spielwelt besteht komplett aus detaillierten Voxeln, während das Interface (UI) und das Kartendesign überwiegend auf hochqualitative Pixel-Art setzen. Die animierten Karten und die flüssigen 3D-Animationen, sowohl in der Oberwelt als auch bei den Angriffssequenzen, sind visuell erstklassig umgesetzt.
Gepaart mit einem perfekt abgestimmten Zusammenspiel aus Musik und Soundeffekten wird eine dichte, mysteriöse Atmosphäre erzeugt, die stark an populäre Mystery-Formate wie Stranger Things erinnert.


Pacing-Probleme und Chapter-Struktur
Trotz der Erkundungsanreize wird der Spielfluss durch das langsame Bewegungstempo gebremst. Selbst die Sprint-Funktion bietet keine nennenswerte Beschleunigung. Beim Backtracking in der Overworld fällt diese langsame Fortbewegung negativ ins Gewicht. Hinzu kommt, dass sich Gegner in der Spielwelt schneller bewegen als die eigene Figur. Da besiegte Gegner respawnen können, wenn man die Map wechselt, ist ein Vorbeilaufen oder Fliehen aufgrund der mangelnden Geschwindigkeit unmöglich.
Das Spiel ist streng in Kapitel unterteilt. Am Anfang stehen drei Kapitel zur freien Auswahl, wobei sich das Kapitel „Sister M“ (welches auch der Demo entsprach) als Einstieg empfiehlt. Ein Kritikpunkt: Ein erneutes Spielen bereits abgeschlossener Kapitel innerhalb desselben Save-Games ist nicht möglich. Das würde ich mir von einem zukünftigen Update noch wünschen.
Story, Charaktere und Questdesign
Die Story präsentiert sich als interessante, teils skurrile („weird“) Erzählung, die durchaus ernste Themen anschneidet. Aufgrund der kurzen Kapitelstrukturen fehlt es der Geschichte jedoch manchmal an der nötigen Zeit, um diese Themen wirklich tiefgehend zu behandeln. Die Charaktere sind gut geschrieben, wobei besonders Jack durch gelungene Dialoge und Humor heraussticht. Nennenswerte Entscheidungsmöglichkeiten gibt es in den Dialogen allerdings nicht.
Das Questdesign bleibt mit klassischen Sammelaufgaben (wie z.B. „Sammle 3 Metal Scrap“) sehr bodenständig. Erfreulich ist, dass das Spiel auf nerviges „Händchenhalten“ verzichtet: Spieler müssen die Questtexte aufmerksam lesen, um zu wissen, was zu tun ist.
Performance und Schwierigkeitsgrad
Aus technischer Sicht ist Echo Generation 2 hervorragend optimiert. Trotz des oft ressourcenfressenden Voxel-Stils läuft der Titel absolut flüssig und stabil.
Während die Bosskämpfe durch durchdachte Mechaniken stark überzeugen, fällt der allgemeine Schwierigkeitsgrad im fertigen Spiel verglichen mit der Demo spürbar ab. Selbst der integrierte Hard Mode fordert Genre-Veteranen zu wenig. Ein optionaler „Nightmare Mode“ wäre für künftige Updates extrem wünschenswert.
Fazit zu dem Echo Generation 2 Test/Review
Echo Generation 2 ist definitiv eines der besten Spiele des Jahres 2026. Das Entwicklerteam beweist mit diesem Titel eindrucksvoll sein Können. Trotz kleinerer Mängel beim Pacing und den unausgereiften QTEs im Kampf überzeugt das RPG durch sein fantastisches Art Design, das clevere Deckbuilding und eine grandiose Atmosphäre. Wer sich noch unsicher ist, sollte unbedingt die kostenlose Demo ausprobieren. Sie ist der perfekte Gradmesser für dieses Spiel.
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