Diese Dinghai The Ocean Pillar Review zur Demo fällt klar aus: Das Kampfsystem trägt, die Bosse sind stark inszeniert, und die Umgebungsgrafik gehört zum Schönsten, was ein Top-down-Actionspiel gerade zu bieten hat. Gebremst wird der Eindruck von einer wirren Lokalisierung und einer Schriftart, die nicht zum Spiel passt. Rund zwei Stunden Inhalt, kostenlos auf Steam, und für Fans chinesischer Mythologie ein Pflichtdownload.
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Inhaltsverzeichnis
Dinghai The Ocean Pillar Review: Das steckt in der Demo
Justdan gibt den Umfang der Dinghai The Ocean Pillar Demo selbst an: eine Tutorial-Stage, zwei vollständige Gebiete, drei Elitegegner, zwei Stage-Bosse und zwei versteckte Bosse. Dazu kommt das Dual-Waffen-System mit fünf Waffen, die sich mit Adornments und Vessels kombinieren lassen. Wer nicht jeden Winkel absucht, landet bei etwa zwei Stunden. Für eine kostenlose Demo ist das eine Menge Substanz.
Du spielst nicht Yi, sondern den Abgrunddrachen (Abyssal Dragon). Er war der mächtigste General unter Kaiser Yan, wurde seines Namens beraubt, verbannt und im Kampf getötet. Vier Jahrhunderte überdauerte nur ein Fragment seiner Seele. Als Yi, der Patensohn des Flutbändigers Yu, tödlich verwundet am Boden liegt, ergreift der Drache dessen Körper.
Yi verschwindet dabei nicht. Seine Seele landet in einem Küken des mythischen Vogels Yujia, und genau dieser Vogel begleitet dich danach durch die Gebiete. Das erklärt das ständige Gezanke im Hintergrund, das nebenbei weiterläuft, während du spielst, und das die Atmosphäre spürbar auflockert. Ziel der Reise ist der spurlos verschwundene Yu und die Bändigung der großen Flut.
Die Welt stammt aus dem Klassiker der Berge und Meere (Shan Hai Jing), und das Spiel behandelt diese Vorlage ernst. Im Systemmenü liegt ein Codex, der Monster, Charaktere und sogar Pflanzen einordnet. Wer nach Black Myth: Wukong Lust auf mehr chinesische Mythologie bekommen hat, findet hier genau das Richtige. Auch Beast of Reincarnation geht in eine ähnliche Richtung, setzt aber auf eine völlig andere Kampfphilosophie.
Kampfsystem: schnell, lesbar und anfangs überladen
Das Kampfsystem ist der Motor der Demo, und das Tutorial führt sauber hinein. Das Movement ist flüssig und schnell, Nahkampf und Bogen greifen sauber ineinander, und das Hin und Her aus Ausweichen, Kontern und Nachsetzen macht ab der ersten Minute Spaß. Mehr kann man von den Grundlagen kaum verlangen.
Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist schnell verinnerlicht, wirft dir aber zu viel auf einmal entgegen. WASD bewegt, Leertaste weicht aus, F interagiert. Linksklick führt Schwertangriffe aus, mehrfaches Drücken kettet Combos, gehaltener Linksklick wird zum schweren Angriff, und in Kombination mit dem Ausweichen kommt ein Stoßangriff heraus. Q pariert, ein Konter danach läuft ebenfalls über Linksklick, Taste 2 heilt und Rechtsklick schaltet auf den Bogen mit denselben Kombinationen.
Das alles landet innerhalb der ersten zehn Minuten bei dir, inklusive der Fernkampf-Combos, die später dazukommen. Nach einer Weile sitzt es, der Einstieg ist trotzdem dicht. Justdan gibt für die Vollversion volle Controller-Unterstützung an und empfiehlt ausdrücklich ein Gamepad.

Hub, Builds und Progression
Zwischen den Läufen landest du in einem Hub. Dort sprichst du mit Charakteren, kaufst Ausrüstung, wertest sie auf und legst fest, mit welchen zwei Waffen du losziehst. Primär- und Sekundärwaffe tauschst du frei, dazu kommt weiteres Equipment, dessen Werte und Effekte du an deinen Spielstil anpasst.
Vier Skillbäume hängen daran: allgemeine Fähigkeiten, Celestial Skills, Nahkampfwaffen und Fernkampfwaffen. Spirit Skills lassen sich wechseln, Celestial Skills verstärken, und bezahlt wird alles mit Kristallen aus zerstörten Objekten und besiegten Gegnern. Ein gescheiterter Lauf bringt dich damit trotzdem weiter.
Innerhalb eines Gebiets unterscheidet das Spiel zwischen normalen Kämpfen und Encountern. Die normalen Kämpfe musst du bestreiten, um voranzukommen, Encounter darfst du auslassen. Mit wenig Leben im Rücken ist genau das oft die richtige Entscheidung.
Richtig stark wird das System durch die Farbcodierung der Gegner. Du siehst am Aufleuchten, ob du angreifen darfst oder besser die Finger stillhältst.
| Aufleuchten | Bedeutung | Richtige Reaktion |
|---|---|---|
| Weiß | Angriff ist unterbrechbar | Zuschlagen und den Angriff brechen |
| Orange | Gegner hat Fortify | Nur mit Knockback, Knockdown oder Stun unterbrechen |
| Rot | Angriff geht durch | Ausweichen oder blocken, nicht kontern |
Die Parade hat eine klare Grenze: Gegen Nah- und Fernkampfangriffe in deiner Nähe negiert sie den Schaden zuverlässig, gegen echte Fähigkeiten der Gegner bringt sie nichts. Wer das nicht weiß, stirbt an Bossen, die eigentlich fair sind.
Ein Punkt nervt dauerhaft. Hindernisse löst du ausnahmslos mit F und einer automatischen Animation, egal ob du über etwas steigst, kletterst oder auf eine Plattform wechselst. Bei drei Plattformen hintereinander bedeutet das dreimal hinlaufen und dreimal F drücken. Eigenständiges Springen oder ein Slide würden dem Spielfluss enorm helfen.

Bosse und Schwierigkeitsgrad: Xiangliu ist das Highlight
Die Bosse sind der Grund, warum die Demo im Kopf bleibt. Die Movesets sind lesbar, die Kämpfe verlangen Lernen statt Auswendiglernen, und die Arenen sind sauber inszeniert. Wer das Bossdesign von Soulslikes wie Dinoblade mag, wird hier abgeholt, auch wenn Dinghai deutlich schneller und weniger schwerfällig ist.
Xiangliu ist der beste Kampf der Demo. Zwei Phasen, extrem sauber animierte Angriffe, ein starkes Design und eine Synchronstimme, die sitzt. Nur die Hitboxen wirken bei einzelnen Attacken etwas ungenau, was im Vergleich zu anderen Spielen des Genres aber kaum ins Gewicht fällt. Wenn die Vollversion in dieser Qualität weitermacht, wird das ein Fest.
Der zweite Kampf gegen die Great Lying Beast zeigt, dass Justdan mit Wiederholungen umgehen kann. Derselbe Gegner, erweitertes Moveset, neuer Rhythmus. Stark gewesen ist er trotzdem nicht, und damit sind wir beim größten Balancing-Problem.
Auf Normal, dem mittleren der drei Grade neben Leicht und Schwer, sind die Kämpfe zu leicht. Wer schon ein paar Action-Rollenspiele hinter sich hat, sollte direkt auf Schwer starten, sofern Justdan bis zum Release nichts anpasst. Für Gelegenheitsspieler bleibt Normal die richtige Wahl.
Zwei Wünsche bleiben offen. Eine dynamische Kamera, die herauszoomt, sobald du dich vom Gegner entfernst, und eine kleine Minimap mit Gegnermarkern würden das Kampfsystem spürbar aufwerten. Beides ist eine Komfortfrage, keine Grundsatzentscheidung.

Optik, Atmosphäre und die eine hässliche Schriftart
Die Umgebungen sind der stärkste Punkt der Dinghai The Ocean Pillar Demo. Licht, Atmosphäre und Detaildichte sind für ein Top-down-Spiel bemerkenswert, und die Cinematic Shots wechseln immer wieder in Perspektiven, die du im normalen Spielverlauf nie zu sehen bekommst. Im ersten Gebiet fallen Schneeflocken vor einer untergehenden Sonne, und das sieht schlicht großartig aus.
Bäume, Gräser, Blumen, Felsen, Treppen und Laternen wirken durchweg handverlesen statt zusammengesetzt. Gleichzeitig bleibt die Orientierung einfach, weil du sofort erkennst, wo es weitergeht, wo du klettern kannst und was optional ist. Kleine Grabsteine und Vasen zerstörst du für Kristalle, die Währung des Spiels.
Die 2D-Porträts in den Dialogen sind wunderschön gezeichnet. Die Auswahl an Emotionen fällt allerdings knapp aus, beim Hauptcharakter gibt es ein paar Varianten, bei den übrigen Figuren spürbar weniger. Die Charakter- und NPC-Designs selbst sind stark, und der humorvolle Grundton passt gut zum Rest.
Ein Detail stört durchgehend: Die Schriftart ist unpassend und unschön, im Menü wie im Spiel. Die Dialogbox an sich ist gut gebaut, die Benutzeroberfläche ebenfalls, nur die Typografie zieht alles nach unten. Das ist der billigste Fix auf dieser ganzen Liste.
Beim Sound gibt es wenig zu meckern. Musik und Effekte tragen die Atmosphäre, einzelne Umgebungsgeräusche wie Wasserfälle sind allerdings zu laut abgemischt. Die Kampfanimationen sind gut, in den Cutscenes merkst du dagegen, dass mehr Aufwand in die Umgebung als in die Figurenanimation geflossen ist. Seit dem Patch vom 1. September lassen sich Motion Blur und Tiefenschärfe im Systemmenü abschalten, außerdem hat Justdan Absturzursachen adressiert.

Lokalisierung und Sprachen: die größte Baustelle
Hier verliert die Demo am meisten. Die englischen Texte sind streckenweise wirr, das gilt für Tutorial-Texte wie für Dialoge. Verstehen kannst du alles, besonders wenn du das Genre kennst, aber die Story leidet spürbar darunter. Genau das ist bitter, weil Setting und Lore interessant genug wären, um zu tragen.
Justdan legt auf Steam offen, dass generative KI ausschließlich bei Lokalisierung und Übersetzung geholfen hat und das Team alle lokalisierten Texte prüft und redigiert. Für Bilder, Audio und Code kam laut Entwickler keine KI zum Einsatz, was angesichts der handgemachten Optik glaubwürdig wirkt. Am Ergebnis der Übersetzung ändert das nichts: Hier muss vor dem Release nachgearbeitet werden.
Dazu kommt ein Startproblem. Die Demo startete bei uns auf Chinesisch, obwohl in Steam Englisch als Sprache hinterlegt war, und die Sprachoption im chinesischen Menü zu finden kostet Nerven. In den Steam-Diskussionen fragen mehrere Spieler genau danach. Das ist von Entwicklerseite trivial zu lösen, indem das Spiel die in Steam hinterlegte Sprache übernimmt.
Wer Dinghai The Ocean Pillar deutsch spielen will, wird enttäuscht. Unterstützt werden Englisch, Japanisch, Koreanisch sowie vereinfachtes und traditionelles Chinesisch. Eine vollständige Sprachausgabe gibt es ausschließlich auf Chinesisch, alle anderen Sprachen bekommen nur Menü und Untertitel. Wir haben die Demo mit chinesischer Vertonung und englischen Untertiteln gespielt, und diese Kombination funktioniert hervorragend, weil die Sprecher richtig gut sind.
Praktisch: Dialoge lassen sich mit der Leertaste vorspulen. Nach einem Bosstod musst du dir also nicht alles noch einmal anhören.
Fazit: Für wen sich die Dinghai The Ocean Pillar Demo jetzt lohnt
Das Ergebnis dieser Dinghai The Ocean Pillar Review: An Hades oder Black Myth: Wukong reicht Dinghai nicht heran, und das muss es auch nicht. Als Action-Roguelike ist es verdammt gut und braucht sich vor niemandem zu verstecken. Wenn du top-down gespielte Action, harte Bosskämpfe und chinesische Mythologie magst, lade die Demo. Wenn dich holprige Übersetzungen aus einem Spiel werfen, warte auf den Release.
Diese acht Punkte entscheiden darüber, ob aus einer guten Demo ein gutes Spiel wird:
- Lokalisierung von Menschen überarbeiten lassen, nicht von einer billigen KI
- Schriftart austauschen
- Beim Start die in Steam hinterlegte Sprache übernehmen
- Eigenständiges Springen und Sliden statt der F-Taste für jedes Hindernis
- Dynamische Kamera und eine Minimap mit Gegnermarkern
- Schwierigkeitsgrad Normal spürbar anziehen
- Lautstärke der Umgebungsgeräusche nachjustieren
- Cutscene-Animationen auf das Niveau der Kampfanimationen heben
Systemanforderungen und Technik
Die Dinghai The Ocean Pillar Systemanforderungen sind moderat, verlangen aber zwingend Windows 11.
| Komponente | Minimum | Empfohlen |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 11 | Windows 11 |
| Prozessor | Ryzen 3 3100 / Core i3-10100 | Ryzen 5 5600 / Core i5-12400 |
| Arbeitsspeicher | 16 GB | 32 GB |
| Grafikkarte | Radeon 780M / GTX 1050 Ti / GTX 1650 | RX 6700 XT / RTX 3060 Ti / RTX 4060 |
Eine SSD wird empfohlen. Die Demo auf Steam ist kostenlos und unterstützt HDR.
Release und Preis
Ein Dinghai The Ocean Pillar Release-Termin steht nicht fest. Justdan peilt 2026 an, die Steam-Seite zum Hauptspiel nennt bislang nur „Coming soon“, und einen Preis hat der Publisher ebenfalls noch nicht genannt. Bis zum Dinghai The Ocean Pillar Release ist die Demo der einzige Weg ins Spiel, und sie lohnt die zwei Stunden.
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Trailer zu Dinghai: The Ocean Pillar




